Unseren ersten freien Sonntag haben wir gleich ausgenutzt um die „Huaca del Sol“ und die „Huaca de la Luna“ am Rande von Trujillo zu besichtigen. Dabei handelt es sich um Tempel der alten „Moche“ Kultur. Rundherum befand sich die Stadt, von der heute aber leider nicht mehr viel zu sehen ist. Die Volksgruppe entwickelte sich vom 1. bis zum 8. Jahundert im Norden Perus. Von einem Guide wurden wir durch die „Huaca de la Luna“ geführt. Es ist das einzige Bauwerk, dass betreten werden kann. Bei „Huaca del Sol“ sind lediglich die Außenmauern freigelegt, da aus Geldmangel die Ausgrabungen gestoppt wurden. Unglücklicherweise ist die Städte kein Unesco Weltkulturerbe. Die Unesco kooperiert nicht, da die äußere Umgebung zu verschmutzt ist und aus dem nebenan liegenden Ort oft laute Musik kommt. Ich finde es sehr schade, da die Überreste einer solch alten Kultur meiner Meinung nach auf jeden Fall bewahrt und weiter erforscht werden sollten. Wer weiß was sich in der „Huaca del Sol“ noch alles entdecken lässt! Die Tempel waren heilig für die „Moche“. Jede Generation hat ein neues Stockwerk gebaut, sodass die Bauwerke einer Pyramide ähneln. Die Wände sind komplett mit piktographischen Darstellungen ihrer Welt verziert. Besonders interessant ist auch die Totenkultur der „Moche“. Immer wieder kommt es zur Naturkatastrophe “ El Nino“ („Das Kind“), wobei es durch Starkregen zu großen Überschwemmungen kommt. Die „Moche“ waren davon überzeugt, ein Gott habe die Katastrophe aus Zorn ausgelöst. Um den Gott zu beruhigen und somit „El Nino“ zu stoppen, brachten sie menschliche Opfer. Die zwei besten Kämpfer mussten gegeneinander antreten. Der Verlierer wurde sofort umgebracht. Der Gewinner wurde prachtvoll geschmückt und anschließend wurden ihm starke Drogen verabreicht. Daraufhin wurde er vor der Öffentlichkeit geköpft. Den Leichnam lies man mehrere Wochen in einem speziellen Raum verwesen. Die heranschwirrenden Fliegen sollten die Seele des Menschen wieder befreien. Zum Schluss wurde der tote Körper mit wertvollen Grabbeigaben bestattet. Die Kultur der „Moche“ war für die damalige Zeit schon weit entwickelt. Ein Besuch der Ruinen ist sehr inspirierend und auf jeden Fall empfehlenswert! Am Ende der Tour ist es üblich dem Guide Trinkgeld zu geben, da der Verdienst, auch in vielen anderen Berufen Perus äußerst schlecht ist. Für eine Stunde Taxifahrt haben wir zum Beispiel umgerechnet nur ca. 6 Euro gezahlt.


