Hier beginnt meine Reise quer über den Atlantik bis nach Peru!

Am 06.07.2019 um 21:45 Uhr geht es endlich los. Nachdem ich mich am Flughafen, doch recht schnell von Freunden und Familie verabschiede, steige ich mit meinen Mitfreiwilligen Paula, Johanna und Henri, in den Flieger, um unseren Freiwilligendienst zu beginnen. Von Frankfurt geht es nach Sao Paulo, Lima und zum Schluss mit dem letzten Flieger nach Trujillo. Nach ca. 2 Tagen Reise sind wir heil froh ohne Zwischenfälle in Trujillo angekommen zu sein. Mit dem Auto fahren wir noch weiter nach Huanchaco, wo sich unsere Wohnung befindet. Huanchaco ist ein kleiner Surferort, der in den Sommermonaten von vielen Touristen besucht wird. Zu Hause wurden wir mit einem leckeren Abendessen sehr herzlich von Lisa und Jürgen Rauber, Nena der Direktorin von Puente und ihrem Mann Lucho empfangen. Lisa und Jürgen haben das Kinderhilfsprojekt Puente 2008 ins Leben gerufen. Als Freiwillige werden wir unter der Woche und samstags bei Puente mitarbeiten. Die Kinder kommen aus recht armen Familien und bekommen bei Puente die Chance auf einen Schulabschluss und anschließend einen Studienplatz. Samstags und unter der Woche nachmittags kommen die Kinder um Nachhilfe in Englisch und Mathe, Karate- oder Musikunterricht zu bekommen. Der Umgang mit den Kindern und auch den Mitarbeiter im Projekt untereinander ist unglaublich herzlich und liebevoll. Der erste Tag bei Puente beeindruckt uns alle. Ab der nächsten Woche werde ich auch bei meiner zweiten Arbeitsstelle, der Schule für beeinträchtigte Kinder „Santo Toribio“ mitarbeiten. Die vielen neuen Eindrücke die ich hier in den ersten drei Tagen gesammelt habe, lassen sich allerdings schon gar nicht mehr alle aufzählen. Es ist eine wahre Reizüberflutung, wenn man vorher noch nicht außerhalb von Europa unterwegs war. Das Leben und die Gesellschaft unterscheidet sich in so vielem vom Leben und der Mentalität in Deutschland. Schon allein die Bussfahrt nach Trujillo ist ein kleines Abenteuer. Grundsätzlich gibt es keine Bushaltestellen. Manhält die Busse an, indem man winkt und zum Aussteigen ruft man einfach „Baja“ („aussteigen“). Die Fahrt kostet in der Regel umgerechnet ca. 50 ct. Im Verkehr gibt es keine Regeln oder Straßenschilder. Jeder fährt hier wie er will. Es gilt das Motto: “ Gas geben, statt Bremsen und Entschlossenheit zeigen“. Während der Fahrt sollte man sich gut festhalten, denn die Straßen sind nicht besonders gut. Damit die Busse ab und an mal abbremsen müssen, gibt es sogenannte „Rumpamujes“ (Achsenbrecher). Das sind Erhöhungen, die auf der Straße angebracht sind. In der Stadt herrscht ein reges Treiben. Die Innenstadt ist ein einziger riesiger Markt. Es gibt ganze Straßen für Schuhe oder Musikinstrumente. Zwischendurch gibt es einfache Straßenimbisse. Bis jetzt habe ich mich noch nicht getraut dort etwas zu Essen, weil unsere europäischen Mägen angeblich nicht an das Essen gewöhnt sind. In der nächsten Zeit werde ich es trotzdem ausprobieren. In einem kleinen einfachen Restaurant haben wir allerdings schon typische peruanische Gerichte wie „Ceviche“ ausprobiert. Es ist roher Fisch mit Zwiebeln in Limettensaft eingelegt. Dazu isst man Yucawurzel, Süßkartoffel, Mais und eine scharfen Soße. Sehr lecker!!! In den Straßen ist alles sehr günstig, da die meisten Leute hier sehr arm sind. Die meisten Leute kaufen also auf den Märkten ein. Das Angebot an Obst und Gemüse ist riesig. Für Liebhaber von tropischen Früchten ein Paradies. Im Vergleich zu Deutschland gibt es hier an Getreide fast nur Reis und Quinoa. Getreideprodukte wie Brot oder Körnerbrötchen sucht man vergeblich. Wir haben dann ein Brot gekauft, dass von außen wie Körnerbrot aussieht, sich dann allerdings als Flopp entpuppt. An Fleisch wird meistens Hühnchen gegessen. Allerdings auch alles vom Huhn!! Man kann live zusehen, wie es zerlegt wird. Tatsächlich gibt es auch große Einkaufszentren, in denen alles viel mehr kostet. Daran wird besonders deutlich, wie weit die Schere zwischen Arm und Reich hier auseinander geht.

In der Innenstadt von Trujillo
Bei Puente

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