Halbzeit in Lima

„El tiempo pasa volando“. Eine Redewendung im Spanischen. Es bedeutet die Zeit vergeht wie im Fluge. Nun bin ich schon über ein halbes Jahr in Peru und passend zur Halbzeit hatten wir unser Zwischenseminar in Chaclacayo, ungefähr eine Stunde von Lima entfernt. Dort sind wir auf andere Weltwärtsfreiwillige aus Peru, Bolivien, Ecuador und Panama getroffen und konnten unsere, oft ähnlichen Erfahrungen, austauschen. Das war sehr interessant. Außerdem hatten wir Zeit unser halbes Jahr des Freiwilligendienstes zu reflektieren. Das hat uns sehr gut gefallen, da wir uns unserer Arbeit noch einmal bewusster wurden. Außerdem hat uns das Seminar viel Energie und Motivation für den nächsten Abschnitt gegeben. Um diese Reise auszunutzen haben wir uns dafür entschieden, drei Tage vor und zwei Tage nach dem Seminar in Lima zu verbringen. Durch einen Freund aus Huanchaco haben wir schnell eine Unterkunft in Barranco, dem berühmten Künstlerviertel von Lima, gefunden. Lima ist die Hauptstadt von Peru. Und das zu recht mit ca 15 Mio Einwohnern. Diese Dimension ist für mich fast unvorstellbar. Von einem zum anderen Ende der Stadt dauert es mehrere Stunden mit dem Auto. Um alles zu sehen bräuchte man sehr viel Zeit. Wir hatten also nur Zeit einen Teil zu sehen. Einen Tag haben wir uns das historische Zentrum mit dem „Plaza de Armas“ und einigen Kathedralen angesehen. Der Plaza de Armas ist unglaublich beeindruckend mit den riesigen historischen Gebäuden rund herum. In diesem Teil der Stadt befinden sich auch die Regierungsgebäude Perus. Was man bei der Besichtigung des Zentrums auf keinen Fall auslassen sollte ist, die berühmten Churros zu probieren, dort soll es die aller besten der Welt geben. Dieses Gebäck wird mit einer süßen Creme gefüllt, in Zucker gewälzt und anschließend frittiert. Sehr lecker!!! Man sollte allerdings vorsichtig mit der heißen Creme sein, sonst verbrennt man sich noch den ganzen Mund. Ein weiteres Highlight war das Paragliding an der „Costa Verde“ entlang. Der Blick über das Meer mit seinen verschiedenen Farbverläufen ist ein wahres Kunstwerk der Natur. Und auch bei dem Blick über die komplette Stadt wird man sich erst richtig über die Dimensionen klar. Fast unvorstellbar, wie so viele Menschen Hauswand an Hauswand zusammen wohnen.

Das bekannteste und auch wohlhabendste Viertel Limas ist Miraflores mit der berühmten „Costa Verde“, dem schönsten Strandabschnitt der Stadt. Perfekt fürs Surfen lernen. Diesen Teil haben wir uns nun als offizielle Surfer natürlich nicht entgehen lassen. Allerdings sind wir zu dem Entschluss gekommen, das uns das Surfen in Huanchaco eindeutig besser gefällt. Es ist nicht zu vergleichen. Die Wellen sind meistens kleiner und dadurch, dass viele Surfschulen ihre Stände direkt nebeneinander aufbauen herrscht ein unglaublicher Konkurrenzkampf. Dies nimmt einem viel der entspannten “ Surfervibes“. Dennoch eine andere Erfahrung, die mich bereichert hat. Insgesamt ist Miraflores mit den vielen grünen Parks ein unglaublich schöner Ort an dem wir sehr viel Zeit verbracht haben. Den Sonnenuntergang im „Love Park“ oberhalb der „Costa Verde“ zu beobachten ist unglaublich beeindruckend. Der Ausblick auf das Meer ist riesig. Alles ist sehr modern und überall herrscht das rege Leben zwischen den unterschiedlichsten Menschen. Nicht nur äußerlich ist Miraflores modern, sondern auch die innere Einstellung der Menschen. Die Leute sind sehr tolerant. Zum Beispiel wenn es um Homosexualität geht. Die ist in den meisten Teilen Perus noch verpönt und wird bis jetzt nur schwer akzeptiert. Nach ca. zwei Wochen ging es dann schließlich auch für uns zurück. Damit unsere Reise auch bis zum Ende nicht langweilig wurde, haben wir natürlich, aufgrund des Verkehrs in Lima, fast unseren Bus zurück verpasst. Wie Verrückte sind wir mit Rucksäcken und einem Surfbrett in der Hand durch das riesige Busterminal gerannt und gerade noch rechtzeitig angekommen, als der Bus gerade dabei war seine Türen zu schließen um abzufahren. Erst als wir in den gemütlichen Bussitzen saßen, konnten wir uns wieder entspannen und uns auf unser kleines aber feines Huanchaco freuen!

Der Rückblick auf mein erstes halbes Jahr des Freiwilligendienstes

Gemeinsame Abende am Lagerfeuer in Chaclacyo
Am letzte Abend beim Grillen
Das Abschlussfoto
Paragliding über Lima
Der Ausblick vom Love Park über das Meer
Bei der Abreise noch mit einem Lächeln vor dem großen Stress

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